Montag, 18 Dezember 2017 23:48

Wermelskirchener werden zu Panthern

Der Gedanke ist nicht neu. Der Handball Club B51 lebt in den Köpfen einiger weniger schon sehr lange. In der kommenden Saison wird man der Idee eines großen Handballvereins an der städteverbindenden Bundesstraße einen Schritt näher kommen, denn die Bergischen Panther und der TuS Wermelskirchen gaben gestern bekannt, dass sie in Zukunft zusammenarbeiten werden. Glaubt man den Initiatoren, dann wird es bei dieser Vereinigung nur Gewinner geben.

Von Ralf Paarmann (Quelle: Bergischer Volksbote)

Interessanterweise begann die neuere Geschichte des TuS nach der Trennung von der TG Hilgen, mit der man die Spielgemeinschaft HSG Hilgen/Niederwermelskirchen eingegangen war. Die erste Mannschaft der Wermelskirchener arbeitete sich anschließend von den Handball-Niederungen bis in die Spitze der dritten Liga vor, ehe mit der Abmeldung der Mannschaft als Tabellenführer noch während der Saison vor fast genau fünf Jahren alles zusammenbrach. Die Frauenabteilung löste sich ebenfalls auf, im Jugendbereich war der TuS nie besonders gut aufgestellt. Übrig geblieben ist aktuell nur noch die in dieser Saison von Frank Berblinger trainierte Verbandsligamannschaft bei den Männern.

Diese soll nun unter dem Dach der Panther in den Verein eingebunden werden und die groß gewordene Lücke zwischen der Drittligamannschaft und der Landesligamannschaft schließen. Einen entscheidenden Vorteil sieht man für die Jugend der Panther. Alle Spieler der momentan starken Nordrheinliga-A-Jugend brauchen in der nächsten Spielzeit eine neue Heimat im Seniorenbereich. Das Angebot hat sich mit einer Verbandsligamannschaft perfekt erweitert. So hofft man, alle Jugendlichen im Verein halten zu können.

Panther-Manager Hans-Jürgen Middendorf hat weitere Vorteile der Zusammenarbeit im Blick. „Wir haben gesehen, wie schwer es für einen kleinen Verein ist, die dritte Liga zu stemmen. Mit dem TuS sind wir finanziell und personell stärker und für die zukünftigen Herausforderungen besser gerüstet.“ Die Möglichkeit, die Schwanenhalle als gelegentlichen Heimspielort zu nutzen, ist für Middendorf ebenfalls interessant: „Es passen wesentlich mehr Zuschauer in die Wermelskirchener Halle, die Parkplatzsituation ist besser und der Cateringbereich größer.“

Aber wird sich auch der TuS an der Seite des großen Bruders wohl fühlen? Immerhin haben die Handballer des TV Witzhelden diese Frage nach einer kurzen Zusammenarbeit mit Nein beantwortet und sind im Seniorenbereich aus der Spielgemeinschaft wieder ausgetreten.

Nach Meinung des TuS und dessen Vorsitzendem Norbert Galonska wird durch die Zusammenarbeit mit den Panthern der Stadt Wermelskirchen ein Stück hochklassige Handballtradition wiedergegeben, auf die sie seit den Drittligazeiten des Wermelskirchener TV und später des TuS lange verzichten musste. Trotz großem Engagement hat man beim TuS aber wohl auch eingesehen, dass sich die Geschichte vom „Phönix aus der Asche“ aus eigener Kraft sicher nicht wiederholen lassen wird.

Dass der Deal zwischen den Vereinen bereits jetzt zustande kam, ist vor allem Trainer Marcel Mutz und seiner Mannschaft zu verdanken. Vor der Winterpause sammelten die Panther in der dritten Liga bereits nicht für möglich gehaltene 18 Punkte. Der Klassenerhalt und damit ein weiteres Drittligajahr sind damit schon zu diesem Zeitpunkt so gut wie sicher.

Eine ideale Basis für die Pläne der Verantwortlichen. Nachdem die Vorsitzenden der Burscheider TG, Knut Cromm und der TG Hilgen, Horst Buttkus, ebenfalls ihr Ok gegeben hatten, wurden innerhalb weniger Tage mit Nägel mit Köpfen gemacht: Die Spielgemeinschaft der Panther geht in der Saison 2018/2019 im Seniorenbereich als Gemeinschaftsprojekt der BTG, der TGH und des TuS ins Rennen. Der Panther-Vorstand um Michael Kotthaus (BTG) und Frank Jörgens (TGH) wird dafür um Reiner Sichelschmidt (TuS) erweitert.

Durch diesen Zusammenschluss wächst an der B51 etwas heran, dass sich im Bergischen hinter dem großen Bergischen HC plötzlich als die klare Nummer zwei im Handball etabliert. Bleibt den Panthern zu wünschen, dass ihnen das aktuelle Schicksal ihrer verbindenden Bundesstraße erspart bleibt und sie nicht im ewigen Stau stecken bleiben.

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